Brot und BrötchenRezepte    

Butterzopf / Sonntagszopf


23. März 2018
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Kategorien: Brot und BrötchenRezepte

Butterzopf / Sonntagszopf gehört zum Brunch am Wochenende genauso dazu, wie Marmelade, Honig oder Käse. Bis ich mit meinem eigenen Rezept aber so zufrieden war, dass es für die Veröffentlichung bereit war, hat es etwas gedauert. So etwa fünf Jahre. Aber dafür stimmts jetzt: Die Krume schön weich und in zarten Fetzchen auseinanderzupfbar – die Kruste aromatisch und mit leicht knusprigem Biss.

 

Rezept für Butterzopf / Sonntags-Zopf – selber machen

 

Die Tradition vom Butterzopf /Sonntagszopf hat übrigens eine weit zurückreichende Geschichte, die genauso spannend wie auch ein bisschen grausam und traurig zugleich ist. Denn in früheren, dunklen Zeiten war es bei verheirateten Paaren der Brauch, dass wenn der Ehemann starb, auch die Frau zu sterben und ihrem Partner ins Grab zu folgen hatte. Später wurde dies abgelöst durch den abgeschnittenen Haarzopf der Frau, welcher ins Grab gelegt wurde. Und wieder später wurde anstelle des Haarzopfs ein geflochtenes, zopfähnliches Brotgebäck beigelegt.

Diese Sitte wurde schliesslich weiterentwickelt und das Gebäck wandelte sich von der Grabbeigabe zum sogenannten «Seelenbrot» oder «Seelenzopf», der bei einem Todesfall an die Armen und Bedürftigen verteilt wurde.

Mit der Entwicklung des Bäckergewerbes veränderte sich schliesslich auch die Rezeptur dieses «Seelenzopfs» und mit ihr erneut der Brauch. Der Zopf wurde nun mit Milch und Butter veredelt und speziell an Allerheiligen und Neujahr an Bedürftige oder die eigenen Patenkinder verschenkt.

Da sich der Zopf jedoch solcher Beliebtheit erfreut, findet man ihn heutzutage – vor allem am Wochenende – in jeder Bäckerei oder mit viel Liebe selbst gebacken zu Hause auf dem Frühstückstisch.

 


 

Benötigte Zutaten

Ergibt: 1 Butterzopf (gross)

 

Für den Teig

  • 500 g Weissmehl
  • 12 g Salz
  • 6 g Malzextrakt
  • 6 g Zucker
  • (0.5 g Acerola-Pulver)
  • 25 g Frischhefe
  • 25 g Ei
  • 270 g Milch
  • 80 g Butter

 

Zum Bestreichen

  • 25 g Ei
  • 3 EL Milch

 


 

So gelingt die Zubereitung vom Butterzopf / Sonntagszopf

 

  1. Weissmehl, Salz, Malzextrakt, Zucker und Acerola-Pulver in eine Schüssel abwägen.
  2. Frischhefe dazubröseln und alles kurz mischen.
  3. Das Ei und die Milch zur Mehlmischung geben und ca. 5 Minuten auf der ersten Stufe der Küchenmaschine kneten.
  4. Dann die Butter beigeben und weitere 5 Minuten auf der ersten Stufe kneten.
  5. Nun die Maschine auf die zweite Stufe hochschrauben und den Teig weitere 5 Minuten geschmeidig kneten.
  6. Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche legen, mit einem Plastik (aufgeschnittenes Plastiksäckli) oder einem Küchenhandtuch zudecken und 45 Minuten ruhen lassen.
  7. In der Zwischenzeit den Ofen auf 230°C (Ober- und Unterhitze) aufheizen. Ich empfehle hier das Backen auf dem Brotbackstein oder alternativ auf einem umgedrehten Backblech. Dazu den Stein (oder eben das umgedrehte Backblech) unbedingt gleich mit aufheizen (unterste Ofenschiene).
  8. Danach den Teig in zwei gleich grosse Stücke teilen, diese zu ca. 90 cm langen Strängen ausrollen und zu einem Zopf flechten. Diesen dann auf ein Backpapier legen und wieder zudecken.
  9. Nach 10 Minuten Ruhezeit den Zopf ein erstes Mal mit der Eier-Milch-Mischung bestreichen (Zutaten unter dem Punkt «zum Bestreichen»). Dann nochmals 10–20 Minuten ruhen lassen (im Winter wenns kühler ist, eher 20 Minuten; im Sommer wenns wärmer ist, eher 10 Minuten)
  10. Anschliessend ein zweites Mal mit der Eier-Milch-Mischung bestreichen.
  11. Jetzt kommt der Zopf in den Ofen: Mit Hilfe eines Holzbrettchens wird der Teigling mitsamt dem Backpapier direkt auf den Stein oder das heisse Backblech im Ofen abgesetzt.
  12. Den Butterzopf 5 Minuten anbacken, dann kurz und kräftig mit einer Sprühflasche etwas Wasser in den Ofen spritzen und den Zopf weitere 10 Minuten backen.
  13. Dann die Ofentür kurz öffnen (um dem Wasserdampf wieder entweichen zu lassen), die Ofentemperatur auf 220°C runterschrauben und den Butterzopf weitere 15 Minuten golden fertig backen.

 


 

Tipps

  • Die Butter hat bei mir meistens Kühlschrank-Temperatur. Ich mische zuerst alle anderen Zutaten für den Teig, starte die Küchenmaschine und hole mir dann gleich die Butter aus dem Kühlschrank. Diese wäge ich ab, schneide sie in ca. 0.5 cm dicke Scheiben und stelle sie bis zur Beigabe zum Teig bei Raumtemperatur zur Seite.
  • Die Beigabe von Acerola-Pulver ist nicht zwingend notwendig. Es macht den Butterzopf / Sonntagszopf aber noch einen kleinen Ticken aromatischer und feiner. Mehr Infos zum Acerola-Pulver gibts hier.

 


 

Ähnliche Rezepte

 


 

Rezept für Butterzopf / Sonntags-Zopf – selber machen

 


 

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Butterzopf / Sonntagszopf
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12 Kommentare

  • Kim Schmid schrieb am 27. März 2018:

    Liebe Judith
    Ich freue mich, dein Zopfrezept nächsten Sonntag auszutesten. Ich hab alle Zutaten am Start, sogar das Acerola Pulver. Aber ich wollte dich mal fragen, ob du auch Zopfmehl empfehlen kannst für dein Rezept oder Weissmehl die bessere Wahl ist?
    Liebe Grüsse Kim

    • Streusel schrieb am 27. März 2018:

      Hallo Kim

      Ich verwende immer Weissmehl, da ich nicht unbedingt ein separates Mehl «nur» für Zopf kaufen möchte und weil ich einen möglichst stabilen Teig erreichen will. Da eignet sich reines Weissmehl am besten. Auch in der Bäckerei verwendeten wir jeweils Weissmehl. Selbstverständlich kannst du deinen Zopf aber auch mit Zopfmehl machen. Vielleicht versuchst du es auch einmal mit Zopfmehl und einmal mit Weissmehl. So findest du heraus, wie dir der Zopf am besten schmeckt. 🙂

      Liebe Grüsse
      Judith

  • Manfred Pfeiffer schrieb am 7. April 2018:

    Ich möchte mich ganz herzlich für die vielen tollen Rezepte bedanken. Jetzt macht das selber backen wieder Spaß.
    Liebe Grüße
    Manfred Pfeiffer
    aus Konstanz am Bodensee

    • Streusel schrieb am 7. April 2018:

      Hallo Manfred

      Sehr schön, das freut mich und ist sehr gern geschehn.
      Viel Spass beim Backen wünsch ich dir.

      Liebe Grüss
      Judith

  • Stefan Zehnder schrieb am 15. April 2018:

    Hüt zum Zmorge gnosse. Super luftig und richtig buttrige Gschmack.

    • Streusel schrieb am 15. April 2018:

      Hallo Stefan

      Freut mich sehr, dass dir der Zopf gelungen ist und geschmeckt hat. Danke vielmals für deinen Kommentar.

      Liebe Grüsse
      Judith

  • Stefan Bächtold schrieb am 19. April 2018:

    Hallo Judith

    Einfach nur wow!!!
    Da können migros und Coop und auch Bäcker einpacken.
    Jetzt ist das Wochenende gerettet, sofern man kurz zeit hat den Zopf zu machen

    Super geil

    • Streusel schrieb am 20. April 2018:

      Lieber Stefan

      Hihi, sehr lässig. Vielen Dank für dein Kompliment.
      Ich hatte letztens wieder mal einen Zopf gekauft, einfach weil ich grad Lust auf Zopf hatte und es einfach zu spät war, um selbst noch einen zu machen. Und ich wurde bitter enttäuscht. Nächstes Mal backe ich definitiv wieder selbst. 🙂

      Liebe Grüsse
      Judith

  • Stefan schrieb am 27. April 2018:

    Hallo Judith

    Das einzige was mich noch ärgert ist, das ich keine Stränge ohne risse hinkriege.
    Wie macht man das professionell? Hast du ein Video oder einfache Anlitung?

    Besten Dank

    • Streusel schrieb am 28. April 2018:

      Hallo Stefan

      Leider hab ich noch kein Video dazu. Es steht aber sicher auf der ToDo-Liste – nur fehlt mir im Moment etwas die Zeit dafür.
      Wichtig ist einfach, dass du die Stränge nach und nach ausrollst. D.h. Du beginnst mit dem Ausrollen beim ersten Strang, wenn du merkst, dass er sich nicht mehr so richtig weiter ausrollen lassen will, legst du ihn zur Seite und beginnst beim zweiten Strang. Ist auch dieser am Punkt wos nicht mehr so flüssig weitergeht, nimmst du wieder den ersten Strang zur Hand und machst dort weiter …

      Ich hoffe ich konnte dir damit helfen.

      Liebe Grüsse
      Judith

  • Stefan schrieb am 2. Mai 2018:

    Hallo Judith

    Ich habe ja schon geschrieben, wie fein er ist.
    In der perfektion fehlen mir noch die schönen Zopfstränge.
    Bei mir reissen sie immer wieder der länge nach auf.
    Hast du ein Youtoubfilm wie man aus teighälften schön Stränge macht, oder eine leihen Anleitung dafür?
    Vielen dank Stefan

    • Streusel schrieb am 2. Mai 2018:

      Hallo Stefan

      Damit kann ich im Moment leider noch nicht dienen. Aber es steht definitiv auf meiner To-Do-Liste.
      Eine verbale Anleitung ist etwas schwierig, wichtig ist einfach, dass du die Stränge nach und nach ausrollst und ihnen etwas Zeit gibst, um zwischenzeitlich entspannen zu können.
      Du wirst über Social-Media bestimmt erfahren, wenn eine Video-Anleitung bereit ist. 😉

      Liebe Grüsse
      Judith

      Liebe Grüsse
      Judith