Kirschen-Konfitüre (ohne Gelierzucker)


4. Juli 2018
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Kategorien: Brotaufstriche und MarmeladenHalbfabrikateRezepte

Fruchtig-süsse Kirschen-Konfitüre lässt sich ganz einfach auch mit normalem Haushaltszucker herstellen – auch wenn Kirschen von Natur aus nicht viel Pektin enthalten und somit weniger gelierfähig als andere Früchte sind. Denn durch den Einsatz von etwas Geduld wird Gelierzucker (der oftmals Palmfett enthält) überflüssig.

Rezept für Kirschen-Marmelade ohne Gelierzucker – selber machen

Warum sollte man für die Herstellung von Kirschen-Konfitüre auf Gelierzucker verzichten?

Diese Frage lässt sich mit einem Blick auf die Zutatenliste von Gelierzucker leicht beantworten. Wer nämlich glaubt, dass der «Superzucker» für Marmeladen und Konfitüren lediglich Zucker und das natürliche Geliermittel Pektin enthält, täuscht sich. Denn nebst Säuerungsmittel findet sich darin auch oft das allgegenwärtige umstrittene Palmfett, das weder für unsere Gesundheit, noch für den Regenwald oder die Kinderarbeiter auf den Palmölplantagen besonders gut ist.

Für mich darum ein ganz klarer Entscheid für herkömmlichen Zucker. Und für euch?


Benötigte Zutaten

Ergibt: ca. 5 Einmach-Gläser à 220 ml

  • 1000 g Kirschen (entsteint)
  • 650 g Zucker (kein Gelierzucker)

So gelingt die Zubereitung der Kirschen-Konfitüre

  1. Kirschen entkernen (Gesamtgewicht entkernt: 1000 g) und in einem grossen Kochtopf mit dem Zucker mischen.
  2. Mischung unter häufigem Rühren langsam aufkochen. Wer die Konfitüre (so wie ich) lieber etwas feiner mag, kann sie jetzt mit dem Pürierstab bis zur gewünschten Konsistenz zerkleinern.
  3. Die Herdplatte anschliessend auf die mittlere Stufe zurückschrauben und die Mischung unter leichtem Köcheln zu Konfitüre einkochen (ca. 45–90 Minuten). Ab und zu umrühren. Achtung: keinesfalls den Topf mit einem Deckel verschliessen, da die Konfitüre sonst überkocht.
  4. Ob die Konfitüre fertig ist, erkennt man am Löffel-Test: Einfach einen Löffel kurz in der Konfitüre tunken und ihn leicht schräg halten, so dass die Fruchtmasse daran herunterlaufen kann. Läuft sie gaaaanz langsam daran herunter, ist die Konfitüre fertig.
  5. Kurz vor dem Ende des Koch-Prozesses, können die Konfitüre-Gläser bereitgemacht werden (ca. 5 Gläser à 220 ml). Die Gläser dazu gründlich waschen, mit klarem Wasser ausspülen und im Backofen bei 120°C (Umluft) ca. 15 Minuten sterilisieren und vorwärmen. Dass die Gläser warm sind, ist wichtig, da sie sonst beim Einfüllen der Konfitüre zerspringen können.
  6. Sobald die Kirschen-Konfitüre fertig gekocht ist, diese zügig bis zu 0.5 cm unter den Rand in die vorbereiteten Gläser abfüllen. Falls etwas daneben gekleckert wird, die Gläser schnell mit einem feuchten Haushaltspapier reinigen und danach sofort den Deckel aufschrauben.
  7. Die Konfitüre abkühlen lassen. Bei Konfitüre-Gläsern mit einem Schraubdeckel erkennt man am zarten Ploppen der Deckel, dass sich im Glas ein Vakuum gebildet hat und die Haltbarkeit der Konfitüre damit gewährleistet ist. Bei Weck-Gläsern mit Glasdeckel kann nach ca. 1–2 Stunden sanft versucht werden, den Deckel abzunehmen. Klappt es nicht (ohne grossen Kraftaufwand), sind die Gläser gut verschlossen und bereit für den Vorratsschrank.

Tipps

  • Kirschen-Konfitüre kann auch problemlos eingefroren werden. So behält sie ihre schöne Farbe und den Geschmack noch etwas besser, als wenn sie im dunklen Keller aufbewahrt wird. Dazu darauf achten, dass die Gläser nicht komplett bis zum Rand befüllt werden. Denn beim Einfrieren dehnt sich die Konfitüre aus und kann dieses sprengen, wenn es zu stark befüllt ist.
  • Die Kirschen-Konfitüre ist – kühl und dunkel gelagert – ca. 1 Jahr haltbar.

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Kirschen-Konfitüre (ohne Gelierzucker)
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8 Kommentare

  • René Meier schrieb am 6. Juli 2018:

    Hallo Judith
    Danke für die immer wieder interessanten Newsletter, probiere immer mal wieder was aus.
    Bei Confituren nehme ich natürlich auch kein Gelierzucker sondern auch nur den normalen Zucker, dazu gebe ich aber immer Safft von einer halben Zitrone dazu was so viel ich weiss die Haltbarkeit erhöht, und dann noch ein wenig Bio
    Confit.
    Liebä Gruess
    René

    • Streusel schrieb am 6. Juli 2018:

      Hallo René

      Freut mich, dass dir mein Blog gefällt. Und danke für deinen Tipp. 🙂

      Liebe Grüsse
      Judith

  • Sylvia schrieb am 24. Juni 2019:

    Ist das normal das die erst sehr süss schmeckt und nicht nach Kirschen habs genau nach dem Rezept gemacht
    Und zum ersten mal
    Lg sylvia

    • Streusel schrieb am 25. Juni 2019:

      Hallo Sylvia

      Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich dir weiterhelfen kann:

      Ja, die Marmelade schmeckt süss (so wie Marmelade halt).
      Nein, die Marmelade sollte schon nach Kirschen schmecken, da sind ja auch Kirschen drin.

      WICHTIG: Kirschen, die im Supermarkt verkauft werden, sind häufig zwar schön gross und prall, jedoch nicht sehr aromatisch.
      Das liegt zum einen daran, dass diese Kirschen eigentlich «zu früh» geerntet werden müssen, um nicht nach dem zweiten Tag schon «alt» auszusehen. Dadurch können sie aber ihr volles Aroma gar noch nicht entwickeln.
      Zum anderen handelt es sich bei den Supermarkt-Kirschen oftmals auch um neue Kirschensorten, die extra so gezüchtet wurden, dass sie besonders gross und prall werden, und dass sie resistenter gegenüber Schädlingen werden. Dadurch bleiben jedoch Aroma und Süsse auf der Strecke.
      Darum mein Tipp für dich: Wenn du gute und aromatische Kirschen möchtest – die auch wirklich nach Kirschen schmecken – kaufe sie auf einem Hof in deiner Nähe. Oftmals sind sie dort auch etwas günstiger als im Supermarkt. 🙂

      Was sonst noch schief gelaufen sein könnte bei dir:
      Ist deine Marmelade sehr zäh geworden, hast du sie evt. etwas zu lange eingekocht? Durch zu grossen Flüssigkeitsverlust wird sie halt immer süsser.
      Ist dir die Marmelade am Topfboden etwas angebrannt? Schmeckt Sie durch den angebrannten Zucker etwas nach Caramel?

      Ich hoffe ich konnte dir damit weiterhelfen.

      Liebe Grüsse
      Judith

  • Daniela schrieb am 11. Juni 2020:

    Interessanter Vorschlag ohne Geliermittel . was mich stört ist die lange Kochzeit, da dadurch alle positiven Bestandteile der Früchte vernichtet werden ?!

    • Streusel schrieb am 12. Juni 2020:

      Liebe Daniela

      Was meinst du genau mit «positive Bestandteile»?
      Falls du damit Vitamine meinst, überlege dir folgendes: Du müsstest eine sehr grosse Menge Konfitüre essen, damit du eine für deinen Körper interessante Menge an Vitaminen aufnehmen kannst, selbst wenn die Konfitüre nur kurz gekocht wird. Und mit dieser grossen Menge an Konfitüre käme halt auch eine grosse Menge an Zucker dazu, was dann wiederum auch wieder Nachteile mit sich bringt.

      Durch die lange Kochzeit wird der Wasseranteil der Früchte durch Verdampfung reduziert. Dadurch entsteht in der Konfitüre ein fruchtigeres, süsseres Aroma.

      Mein Vorschlag: Das Konfi-Brötchen ohne Gelierzucker mit jedem Bissen geniessen und im Verlaufe des Tages zwei Portionen ungekochte Früchte mit viel Vitaminen essen. Dann hast du das Beste aus beiden Welten. 🙂

      Liebe Grüsse
      Judith

  • Jörg schrieb am 5. Juli 2020:

    Liebe Judith
    Das mit der Palmfett-Warnung beim Gelierzucker ist doch wohl nicht ernst gemeint, oder?
    Kein vernünftiger Lebensmitteltechnologe wird davon eine massgebliche Menge in die Gelierhilfe beimischen.
    Und etwas pflanzlicheres als Pektin kann man sich echt nicht wünschen.
    Da sind die aromatischen Einwände in deinen Kommentaren viel einleuchtender, denn eine stark nach Kirschen duftende Küche nach geschlagenen 45 Minuten Kochen deutet eindeutig darauf hin, dass etwas aus dem Topf entwichen ist.

    • Streusel schrieb am 9. Juli 2020:

      Hallo Jörg

      Auch wenn pro 1-kg-Packung, die du dir kaufst, nur wenig Palmfett drin ist, so hat es trotzdem welches drin – wenn auch wenig. Da jedoch nicht nur die von dir benötigte 1-kg-Packung in den Verkauf kommt, sonder ganz viele davon, wird schlussendlich trotzdem wieder ganz schön viel Palmfett verwendet.
      Ich bin einfach der Meinung, Palmfett im Gelierzucker ist nicht zwingend nötig. Der Produzent könnte diesen unnötigen Zusatz-Verbrauch sich und der Umwelt ersparen, da der globale Palmfettverbrauch sowieso zu hoch ist.

      Ich sage nicht, man darf Konfitüre nicht mit Gelierzucker machen. Ich zeige hier nur auf, dass es auch ohne geht.

      Liebe Grüsse
      Judith