Kuchen und TortenRezepte    

Linzertorte


2. März 2018
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Kategorien: Kuchen und TortenRezepte

Obwohl eine Linzertorte auf den ersten Blick etwas langweilig aussieht und man sich schnell mal denkt: «Na sooo schwierig kann das doch nicht sein – Keksboden, Marmelade, Keksdeckel, fertig.», so ist es trotzdem nicht ganz einfach, eine wirklich gute Linzertorte zu backen. Denn um den Boden der Torte knusprig (aber nicht trocken) und gleichzeitig feucht (aber keinesfalls noch teigig) hinzubekommen, brauchts das richtige Rezept, ein wenig Gespür für den eigenen Backofen und genügend Marmelade.

 

Rezept für Linzertorte – selber machen

 

Wer hat die Linzertorte erfunden?

Um das Geheimnis «Wer hat die Linzertorte erfunden?» ranken sich mehrere Geschichten, die meiner Meinung nach eine kleine Erwähnung in diesem Blogbeitrag wert sind.

 

Die wohl bekannteste dieser Geschichten ist die von Johann Konrad Vogel. Einem junger Österreicher, der um 1822 nach Linz kam, um dort bei der Witwe eines Zuckerbäckers zu arbeiten. Die beiden schienen sich gut zu verstehen (oder der gute Johann war einfach sehr charmant und hatte ein klares Ziel vor Augen), denn bereits ein Jahr später heiratete er die Dame und übernahm die Führung der Konditorei. Im Laufe seiner Karriere, entwickelte er schliesslich die berühmte Torte mit dem Rautengitter und machte sie, durch geschicktes Marketing, zum Wahrzeichen der Stadt Linz und damit berühmt.

Wahr oder erfunden? Die Geschichte um den Zuckerbäcker ist tatsächlich wahr, nur hat der gute Johann die Rezeptur der Torte nicht wirklich selbst erfunden.

 

Denn die ersten schriftlich erfassten Rezepte für Torten die den Begriff Linz im Titel trugen, stammen von der Gräfin Anna Margarita Sagramosa (Verona). Im 17. Jahrhundert, also einige Zeit vor Johann Vogel, verfasste sie ihr Kochbuch und schrieb vier Linzer-Rezepte darin nieder. Doch auch die kluge Gräfin war nicht die wahre «Erfinderin» des Rezepts.

 

Geht man in der Geschichte nämlich noch etwas weiter zurück, so findet man bereits im alten Ägypten und im römischen Reich diverse Ur-Versionen der Linzertorte. Schon dort gab es Mandeltorten mit Fruchtfüllung und dem für die Linzertorte typischen Rautengitter. Diese Gebäcke jedoch waren fast ausschliesslich dem Adel vorbehalten, da Mandeln dazumals teures Gut waren und sich darum nur auf den Tellern der wohlhabenden Gesellschaft wiederfanden.

 


 

Benötigte Zutaten

Ergibt: eine Linzertorte (Ø 24 cm)

 

  • 230 g Butter, weich
  • 140 g Zucker
  • 20 g Vanillezucker
  • 60 g Ei
  • 0.5 Stk. Zitronenschale
  • 1 KL Zimt
  • 1 Msp. Nelken, gemahlen
  • 160 g Mandeln, gemahlen
  • 200 g Weissmehl
  • 320 g Himbeermarmelade, ohne Kernen

 


 

So gelingt die Zubereitung der Linzertorte

 

  1. Butter, Zucker und Vanillezucker rühren.
  2. Ei dazugeben und schaumig rühren.
  3. Zitronenschale, Zimt, Nelken und gemahlene Mandeln unterrühren.
  4. Weissmehl dazugeben und nur noch kurz mischen. Der Teig sollte bei diesem Schritt nicht mehr zu lange und stark bearbeitet werden.
  5. Ca. die Hälfte des Teiges 4 mm dick, rechteckig ausrollen (klappt am besten zwischen zwei Lagen Backpapier und evt. mit etwas Mehl) und auf einem flachen Blech oder Teller ca. 15 Minuten in den Tiefkühler stellen. Diese Hälfte wird für das hübsche Rautengitter verwendet. Die andere Hälfte des Teiges wird mit Haushaltsfolie zugedeckt und kann bis zur Weiterverwendung bei Raumtemperatur stehen gelassen werden.
  6. Den Boden eines Kuchenblechs (ø 24 cm) mit Backpapier belegen, die Ränder mit Butter einfetten.
  7. Backofen auf 200°C (Unter- und Oberhitze) aufheizen.
  8. Sobald der ausgerollte Teig fest ist, wird er mit dem Teigrad oder Pizzaschneider in Lange Streifen geschnitten und Gitterförmig auf einem Backpapier bereitgelegt. Ist das Rautengitter komplett, wird es auf die passende Grösse des Kuchenblechs zugeschnitten und erneut in den Tiefkühler gelegt.
  9. Der übrig gebliebene Teig vom Rautengitter wird nun, zusammen mit der zweiten Teighälfte, für den Boden der Linzertorte weiterverwendet. Dazu den Teig in das Kuchenblech legen und mit den Fingern so zurecht drücken, dass er überall etwa gleich dick ist.
  10. Den Gitter-Deckel aus dem Tiefkühler holen, so dass er nachher, beim auf die Torte legen zwar noch fest ist, aber nicht mehr knochenhart, dass er brechen könnte.
  11. Den Boden der Linzertorte mit einer Gabel gut einstechen und die Marmelade gleichmässig darüber verteilen.
  12. Den Gitter-Deckel behutsam auf die Torte legen. Am besten schiebt ihr ihn direkt vom Blech oder Teller auf die Torte ab.
  13. Mit einer Gabel den Rand der Torte leicht eindrücken, um den Teig des Gitter-Deckels mit dem Rand der Torte zu verbinden / verschliessen.
  14. Die Torte auf zweitunterster Schiene in den Ofen schieben und für 30 Minuten backen.
  15. Die Torte auskühlen lassen, gut in Haushaltsfolie verpacken und für ein bis zwei Tage an einem kühlen, dunklen Ort durchziehen lassen (der Keller eignet sich dazu hervorragend).

 


 

Tipps

  • Wem das Gittermuster zu langweilig ist, kann die Torte auch mit ausgestochenen Motiven dekorieren.
  • Wer sich fragt, wie ich das Rautengitter der Torte so hübsch hinbekommen habe: Vor ein paar Jahren schenkte mir meine Grossmutter ihre Linzerstanzform, die sie nicht mehr benötigte. Seither verwende ich jeweils diese für mein Gitter.
  • Selbstverständlich kann die Torte auch gleich nach dem Abkühlen gegessen werden. Durch die Lagerung jedoch, wird sie noch etwas aromatischer und feuchter.
  • Für Experimentierfreudige: Die Torte schmeckt auch mit selbst gemachter Erdbeer-Marmelade oder Zwetschgen-Marmelade ganz herrlich.

 


 

Ähnliche Rezepte

 


 

Rezept für Linzertorte – selber machen

 

Rezept für Linzertorte – selber machen

 


 

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8 Kommentare

  • Lavinia schrieb am 5. März 2018:

    Liebe Judith
    Danke für dein super Rezept! Die Linzertorte schmeckt (obwohl ich sie mit Halbweissem-Dinkelmehl gebacken habe und sie daher nicht ganz so perfekt aussah wie deine) ganz hervorragend! Und der Tip mit dem Aufbewahren im Keller hat sich auch gelohnt, sie schmeckt dann wirklich noch aromatischer!

    • Streusel schrieb am 5. März 2018:

      Liebe Lavinia

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut mich, dass dir das Rezept gelungen ist und die Torte geschmeckt hat.

      Liebe Grüsse
      Judith

  • Jake schrieb am 10. März 2018:

    Klingt spannend, werd ich mal testen. Danke!

    • Streusel schrieb am 11. März 2018:

      Hallo Jake

      🙂 Auf jeden Fall. Ich wünsch dir viel Spass dabei …

      Liebe Grüsse
      Judith

  • Suzanne schrieb am 15. März 2018:

    Liebe Streusel,
    Ich lese im Rezept Springform und unter den benötigten Zutaten Kuchenblech. Welche Form würdest du empfehlen?
    Vielen Dank für den Bescheid.
    -Suzanne

    • Streusel schrieb am 20. März 2018:

      Liebe Suzanne

      Das sollte natürlich auch Kuchenblech heissen, so wie überall sonst im Rezept. 🙂 Danke für deinen Hinweis.
      Habs bereits angepasst.

      Liebe Grüsse
      Judith

  • Brigitta schrieb am 14. April 2018:

    Hallo Streusel
    Die Linzertorte ist einfach super. Sie ist ein gutes Mitbringsel an dem jeder freude hat.
    Vielen Dank für das Rezept.
    Grüsse Brigitta

    • Streusel schrieb am 14. April 2018:

      Hallo Brigitta

      Das freut mich sehr. Ist auch wirklich eine meiner absoluten Lieblings-Gebäcke. 🙂

      Liebe Grüsse
      Judith