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Schweizer Fasnachts-Chüechli / Fasnachtsküchlein


24. Februar 2017
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Schweizer Fasnachts-Chüechli / Fasnachtsküchlein werden jedes Jahr zur Faschingszeit gebacken und ihre Tradition reicht weit zurück. Oftmals werden die knusprigen, süssen und hauchdünnen Teigfächer aber nicht von Hand selbst hergestellt und gebacken, sondern im Supermarkt gekauft. Kein Wunder, denn die Herstellung benötigt etwas Zeit und Geduld. Doch wie so oft im Leben wird der Aufwand belohnt.

Rezept für Fasnachts-Chüechli / Fasnachts-Küchlein / Chnoiblätz / Chilbiblätz / Öhrli / Merveilles / Frittelle di carnevale

Als Kind liebte ich diese kleinen Knusper-Dinger und am liebsten hätte ich sie das ganze Jahr hindurch gegessen. Leider gab (oder gibt) es Fasnachtsküchlein aber nur zur Fasnachtszeit (Faschingszeit) zu kaufen. Darum lag für mich die Lösung schon damals auf der Hand: Wenn ich gross bin, werde ich die Küchlein einfach selber backen.

Und jetzt bin ich gross.

Schon gewusst?

Die Fasnachts-Chüechli / Fasnachtsküchlein tragen in der Schweiz viele Namen und Schreibweisen. So zum Beispiel:

  • Chneu-Blätz: (Chneu = Knie; Blätz = Lappen) weil die Teiglinge früher übers Knie gelegt und so hauchdünn ausgezogen und geformt wurden.
  • Fasnachtskiechli: (Kiechli = Küchlein) geläufiges Dialektwort in Basel.
  • Chilbiblätz: (Chilbi = Jahrmarkt) geläufiges Dialektwort in Bern, weil es die Küchlein jeweils an der Chilbi gab.
  • Öhrli: (Öhrli = Öhrchen) geläufiges Dialektwort in der Ostschweiz.
  • Merveilles: (merveille = Wunder) geläufige Bezeichnung im französischsprachigen Teil der Schweiz.
  • Frittelle di carnevale: (Frittelle di carnevale = Faschings-Pfannkuchen) geläufige Bezeichnung im italienischsprachigen Teil der Schweiz.

Benötigte Zutaten

Ergibt: ca. 27 Stück (Ø 14 cm)

Teig

  • 250 g Weissmehl (Typ 400)
  • 5 g Salz
  • 20 g Butter
  • 55 g Vollmilch
  • 80 g Ei (ca. 1.5 Stück)
  • 10 g Zucker

Frittieren

  • 1.5 l Frittieröl

Dekoration

  • Puderzucker

So gelingt die Zubereitung der Fasnachts-Chüechli / Fasnachtsküchlein

  1. Butter in einer kleinen Pfanne schmelzen und etwas abkühlen lassen.
  2. Zucker und Eier mischen, bis sich alle Zuckerkörner aufgelöst haben (klappt gut mit dem Schneebesen).
  3. Mehl und Salz kurz mischen.
  4. Eier-Zucker-Mischung, Milch sowie abgekühlte (aber noch flüssige) Butter dazugeben und auf der ersten Stufe der Küchenmaschine für ca. 3 Minuten kneten.
  5. Auf die zweite Stufe hochschrauben und für ca. 6 Minuten zu einem festen Teig kneten. Achtung, nicht verunsichern lassen: Der Teig wird wirklich sehr fest.
  6. Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche legen, zudecken (z.B. mit einem aufgeschnittenen Plastiksäckli oder einem Küchentuch) und für eine Stunde ruhen lassen. Zur Info: Teig geht währenddessen nicht auf, entspannt sich aber vom Knetprozess, so dass er sich später besser ausrollen lässt.
  7. Teig in 15 g schwere Stücke einteilen und mit dem Nudelholz sowie mit Hilfe der Hände hauchdünn ausrollen und ausziehen. Die Teiglinge sollen schlussendlich einen Durchmesser von ca. 14 cm haben und beinahe transparent sein. Während dem Formen die noch nicht ausgerollten Teiglinge immer gut zugedeckt lassen, um ein Austrocknen zu verhindern.
  8. Geformte Teiglinge auf einen grossen Teller oder ein Blech aufschichten, jeweils mit Frischhaltefolie getrennt. Auch hier darauf achten, dass nichts austrocknet.
  9. Frittieröl in einen Kochtopf (mind. Ø 15 cm) oder eine Fritteuse geben und auf 160–170°C aufheizen. Achtung: Wird der Kochtopf benutzt, muss die Temperatur während dem Backen laufend überprüft werden, um das Überhitzen des Öls zu vermeiden.
  10. Teiglinge mit einer grossen Schaumkelle ins heisse Frittieröl legen und 1 Minute backen.
  11. Anschliessend das Küchlein wenden (klappt super mit zwei japanischen Essstäbchen aus Holz) und nochmals 1 Minute backen.
  12. Küchlein nochmals wenden und für 30 Sekunden komplett ins Öl tauchen.
  13. Küchlein mit der Schaumkelle aus dem Öl heben, über dem Kochtopf oder der Fritteuse kurz abtropfen lassen und schliesslich auf Haushaltspapier auskühlen lassen.
  14. Puderzucker kurz vor dem Servieren über die Fasnachts-Chüechli / Fasnachtsküchlein streuen.

Tipps

  • Als Frittieröl eigenet sich zum Beispiel Raps- oder Erdnussöl.
  • Haltbarkeit: ca. 2 Tage (beim Raumtemperatur, gut verschlossen)
  • Am besten schmecken die Küchlein einen Tag nach dem Backen.

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Schweizer Fasnachts-Chüechli / Fasnachtsküchlein
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4 Kommentare

  • Annelies Brunner-Rahbany schrieb am 12. März 2017:

    Das hat meine Mutter jades Jahr gemacht, und es war immer ein riesen Aufwand. Jetzt wohne ich seit mehr als vierzig Jahren in Amerika und habe nie wieder an Fasnachts Chuechli gedacht, bis ich zufaellig auf dieses Rezept gestossen bin. Jetzt lauft mir das Wasser im Mund zusammen, und ich habe Heimweh. Herzlichen Dank fuer diesen ausgezeichneten Beitrag!

    • Streusel schrieb am 12. März 2017:

      Hallo Annelies

      Jöö, das freut mich sehr. Es ist schon ein wenig Aufwand, ich gebs zu, aber mit Hilfe von ein paar Freundinnen gehts gleich viel besser.

      Liebe Grüsse
      Judith

  • Regina schrieb am 13. März 2019:

    Soviel Jahre in der Schweiz nur Fasnachtschüechli fertig gekauft.
    Jetzt leben wir seit mehr als 3 Jahren in Thailand und ich habe bei über 30 Grad Wärme das erste Mal in meinem Leben selber Öhrli gemacht.
    Danke für das tolle Rezept sie sind super geworden.

    • Streusel schrieb am 13. März 2019:

      Hallo Regina

      Wow, es freut mich sehr, dass ich mit meinem Rezept ein kleines Stück Heimat zu dir bringen konnte. 🙂

      Liebe Grüsse
      Judith